Wege zur Therapie

Wege zur Therapie

Beim Vorliegen einer Diagnose aus dem autistischen Spektrum

Der Klient oder sein gesetzlicher Vertreter meldet sich telefonisch im Therapiezentrum für einen Erstkontakt an. In einem ausführlichen Gespräch werden die autismusspezifischen Fördermöglichkeiten und die institutionellen Rahmenbedingungen vorgestellt und erläutert. Wird eine weitergehende therapeutische Begleitung durch unsere Einrichtung gewünscht, kann eine Beantragung der Übernahme der Therapiekosten beim zuständigen Kostenträger erfolgen. Hierbei sind wir gerne behilflich.

Eine Diagnose aus dem autistischen Spektrum liegt noch nicht vor

Nach telefonischer Kontaktaufnahme durch eine Person, bei der das Vorliegen einer autistischen Störung vermutet wird, bzw. durch deren gesetzlichen Vertreter, findet zunächst eine telefonische Beratung bezüglich des weiteren Vorgehens statt. Es erfolgen eine Abklärung der bisherigen klinischen Schritte und der Hinweis auf ein Netzwerk an Kliniken und Fachärzten mit den jeweiligen Kontaktdaten, welche eine autismusspezifische Diagnostik vornehmen können. Regelmäßige Kooperationsgespräche und ein Ausbau dieses Netzwerkes sind uns ein wichtiges Anliegen. Auf Anfrage von Kinder- und Jugendpsychiatern können wir diese durch eine diagnostische Einschätzung unterstützen. Mitarbeiter des Therapiezentrums sind in den international anerkannten Diagnoseverfahren FSK, ADOS, ADI-R ausgebildet.

Mit dem Fragebogen zur sozialen Kommunikation (FSK) werden fremdanamnesisch mögliche Auffälligkeiten aus dem autistischen Spektrum erfragt. Der Fragebogen wird im diagnostischen Prozess vielfach als erstes "Screening" eingesetzt um zu prüfen, ob weitere autismusspezifische Diagnoseverfahren angezeigt sind. Das standardisierte Diagnoseinstrument ADOS ist eine Beobachtungs- und Diagnostikstunde mit dem Klienten. Dabei werden anhand von strukturierten und unstrukturierten Spiel- und Übungssituationen sowie durch einfache Aufgaben und Fragestellungen mögliche autismusspezifische Auffälligkeiten erfasst und ausgewertet.

Bei dem ADI-R handelt es sich um ein standardisiertes Manual für ein ausführliches Anamnesegespräch. Dabei geben Bezugspersonen möglichst Auskunft über die gesamte Lebensspanne, insbesondere aber über die frühkindliche Entwicklung der Person mit dem Verdacht auf Autismus.

Nach der Auswertung von FSK, ADOS und ADI-R ist eine diagnostische Einschätzung möglich. Für eine umfassende Diagnostik autistischer Störungen sind weitere klinische Abklärungen u. a. die Ermittlung koexistierender Psychopathologie, organischer Begleiterkrankungen sowie des allgemeinen Entwicklungsstandes oder Intelligenzniveaus und adaptiven Verhaltens unbedingt erforderlich. Mit dem Vorliegen einer klinischen Diagnose und der Bewilligung eines entsprechenden Antrags durch den Kostenträger kann eine autismusspezifische Therapie durch unsere Einrichtung erfolgen.